Eine humanitäre Katastrophe

Nach vier Jahren Krieg ist die Situation in Jemen prekär. Die  Menschen leiden an Hunger, da Nahrungsmittel knapp und  zunehmend unerschwinglich sind. Auch die Gesundheitsversorgung ist praktisch zusammengebrochen. Viele zivile Ziele wie Schulen und Spitäler sind bei den bewaffneten Auseinandersetzungen zerstört worden. Nur noch etwa 20 Prozent der medizinischen Einrichtungen sind in Betrieb.

Die langen Anfahrtswege und die hohen Kosten für Treibstoff haben verheerende Auswirkungen bei Notfällen oder Geburten. Zudem leiden die Menschen in vielen Landesteilen an Infektionskrankheiten wie Masern, Diphterie und Cholera.

Ärzte ohne Grenzen (MsF) ist eine der wenigen Organisationen, die trotz der enorm schwierigen Sicherheitslage weiterhin  Hilfe für die notleidende Bevölkerung leisten. Die Aktivitäten konzentrieren sich auf das Spital «Kilo». Diese Einrichtung ist strategisch wichtig, da sie für die Provinzen Ibb und Taiz erreichbar ist, wo über 500'000 Menschen (darunter rund 30'000 intern Vertriebene) leben. Im Zentrum stehen die Notfallversorgung, aber auch die Unterstützung der Operationsabteilung, der Geburtenstation und die psychologische Betreuung. Eine baldige Lösung des Konflikts ist nicht in Sicht. Der Einsatz von MsF im unsicheren und sich schnell verändernden Umfeld in Jemen ist auch im Jahr 2019 dringend nötig.