Indigene am Rande des Abgrunds

Mit einem Dekret hat Brasiliens neuer, rechtsextremer Präsident Jair Bolsonaro bereits einen ersten Schritt zur Beschneidung der Rechte der Ureinwohner in die Tat umgesetzt. Künftig wird die mächtige Agrarlobby über die Indigenen-Gebiete entscheiden. In einem Brief an den Präsidenten kritisieren Vertreter indigener Völker Brasiliens die offen feindliche Haltung Bolsonaros scharf und fordern Respekt für ihre in der Verfassung verankerten Rechte ein.

Erwin Kräutler, Bischof em. vom Xingu schreibt:

«Nicht einmal als Albtraum wäre es uns eingefallen, dass eines Tages ein Präsident Brasiliens unseren Einsatz für die indigenen Völker und ihre Mitwelt so massiv angreifen und bedrohen könnte. Aufgrund unserer Verteidigung der in der Verfassung verankerten Rechte der Ureinwohner ging das neue Staatsoberhaupt sogar so weit, den Bischöflichen Rat für indigene Völker zusammen mit der gesamten Brasilianischen Bischofskonferenz als verdorbenen Teil der Katholischen Kirche zu beschimpfen. Wir gehen einer beängstigenden Zukunft entgegen, geben aber auf keinen Fall auf. Mit allen rechtlichen Mitteln wollen wir  Widerstand leisten. Dazu benötigen wir eine professionelle Rechtsberatung und juristischen Beistand. Es geht um Leben und Tod. Wir bangen um das kulturelle und sogar physische Überleben der Ureinwohner Brasiliens. Als Kirche dürfen wir nicht schweigen, sonst werden wir mitverantwortlich am Untergang von Völkern.»